Komplementärfarben in der Architekturfotografie

Farblehre zieht sich durch jedes Genre der Kunst. Egal ob Modedesigner, Architekt oder Lichttechniker, jeder der ein Produkt schafft, entscheidet im Laufe der Prodiktion über die Farben, die in dem Gegenstand vorkommen.

Hilfestellung dabei bietet das Onlinetool Adobe Color, welches uns mit nur wenigen Klicks eine vielzahl an harmonischen Farbkombinationen ausgibt. Besonders viel Dynamik erhält man mit komplementären Farben. Das sind Farben, die sich auf dem Farbrad gegenüber liegen.

Das Farbrad von Adobe Color analysiert die Farben von Fotografien und vereinfacht damit die Farbanalyse.

Auch in der Architekturfotografie spielt die Farblehre eine wichtige Rolle. Schauen wir auf einige Beispiele:

BLAU – ORANGE

Das wohl bekannteste Kontrastpaar bilden die Farben blau und gelb. Dieses Farbspiel sehen wir oft in der Natur. Mit einem blauen Himmel, der bei gutem Wetter immer verfügbar ist, nutzen auch Architekturfotografen gern diese Kombination. Trotz ihrer Dynamik wirken die beiden Farben harmonisch und beruhigend, da sie den Betrachter an warme Felder, Sanddünen oder Blumenwiesen erinnern lassen. Das Museum der Himmelscheibe Nebra ist von außen mit wunderschönen orangegelben Metallplatten verkleidet. Bei klarem Himmel sticht das Farbspiel sofort ins Auge.

Wie ein Goldbarren steht das Museum der Himmelsscheibe auf der grünen Wiese, bedeckt von einer blauen Himmelsdecke.

GRÜN – ROT

Die Farben rot und grün liegen sich auf dem Farbrad genau gegenüber. Auch wenn diese Farbkombination nicht häufig bei Gebäuden vorkommt bietet sie doch den Reiz, dass rot allein schon als Signalfarbe gilt. Mixt man diese Farbe nun mit seinem Komplementär, ergibt sich auch bei nur kleinen Rotpunkten ein starker Kontrast. Das Peter Merian Haus in Basel ist durchweg in Smaragdgrün gehüllt. Den Farbkontrast erreichte ich hier mit Geduld, bis mir nach einiger Zeit ein rotes Lastenrad vor die Fassade fuhr.

Das grüne Smaragdgebäude steht unweit von Basels Hauptbahnhof in der Schweiz

GELB – VIOLETT

Eine dritte Komplementärkombination ergibt sich aus den Farben  gelb und violett. Auch dieses Farbspiel lässt sich leider nicht oft in der Immobilienwelt finden. In Basel wartete ich dafür bis in die Nacht hinein. Denn in der Dunkelheit verwandelt sich die sonst silberne Metallkonstruktion des Messedachs durch die Straßenbeleuchtung in ein goldenes Band. Die Stützsäulen werden vom Boden aus violett beleuchtet und geben dieses dezente Farbspiel.

Bei Nacht offenbart die Basler Messe ein besonderes Farbspiel unter der Kuppel ihrer Straßenbahnhaltestelle.

Seien wir ehrlich. Die meisten Gebäude sind nach wie vor grau oder in matten Farben designt und machen es dem Architekturfotografen nicht gerade einfach mit Farbkontrasten zu arbeiten. Mit einem geschulten, achtsamen Auge schafft man es dennoch überraschend oft das Gebäude mit komplementären Farben in seiner Umgebung zu kombinieren und damit ein sehr starkes Bild zu schaffen.

Interieurfotos bevor der Kunde einzieht?

Bei meiner Arbeiten mit Innenarchitekten und Herstellern von Mobiliar habe ich immer wieder die gleiche Diskussion: Fotografieren wir bevor oder nachdem der Kunde in seine neuen Räumlichkeiten eingezogen ist. Verfechter beider Lager sind dabei Überzeugungstäter mit knallharten Argumenten.

1. Die Sterilen

Überzeugung: Bei den Fotoaufnahmen geht es um unser Konzept des Raumes und nichts anderes.

Argumente: Wir möchten den Raum so zeigen, wie wir ihn geplant haben. Unsere Kunden veruntreuen mit ihrem Motivationsbildern, Strickjäckchen und Comic-Mauspads den Vibe des Interieurs.

Die Person lockert die neutrale Stimmung des uneingeräumten Büros auf. Die Pflanze im Besprechungsraum kommt aus einer anderen Etage des Bürogebäudes.
Mein Auftraggeber der Büroeinrichter PlanObjekt hat für dieses Shooting einen „mobilen Arbeitsplatz“ eingekauft. Dieser besteht aus: Monitor, Tastatur und Maus, Kaffeetasse, Stiftehalter und Schreibblock.
Mein Laptop hält als Requisite her. Die Pflanzen kommen wieder aus verschiedenen Etages des Bürokomplexes.

 

2. Die Legeren

Überzeugung: Ein Raum wird zu einem Raum durch seine Nutzung.

Argumente: Wir möchten zeigen, wie es sich anfühlt in dieser Umgebung zu arbeiten/ zu kochen/ zu schlafen/ zu feiern/ zu leben. Wir konzipieren Räume nicht als Kunstwerk sondern als Hilfsmittel für den Menschen.

Die Grafiken an der Wand unterstützen den edlen Charme der holzgetäfelten Decke. Die Getänke auf dem Tisch verdeutlichen den Seminarcharakter des Raumes.
Erst durch die verschiedenen Arbeitsmaterialien erhält der Raum leben. Vertrauliche Unterlagen, Werbematerial des Kunden und Jacken und Taschen der Mitarbeiter haben wir vor der Aufnahme aus dem Bild geräumt.
Sehr aufwendig zu stagen: Das Getränkeregal – Außer man bekommt es als Spesen für den Auftrag abgerechnet 😀

3. Der Werbefotograf

Meine Aufgabe ist es im Rahmen eines finanziellen Budgets eine emotionale Geschichte zu erzählen. Das gelingt mir deutlich leichter, wenn der Kunde bereits eingezogen ist. Die vielen Details wie Bücher, Computer, Bilder und Pflanzen erzeugen eine menschliche Grundstimmung und unterscheiden so das Foto schnell von dem CGI der Planungsphase. Auch die Kunden aus dem sterilen Lager bringen oft Deko und gestellte Arbeitsplätze mit. Hier ist die Auswahl allerdings sehr begrenzt, die Props erzeugen Kosten in der Anschaffung und können auch nicht bei jedem Shooting wieder und wieder auftauchen.

Für mich ist es leichter unstimmige oder private Gegenstände im Raum wegzuräumen, als einen Raum vollständig zu stagen. Meine Empfehlung lautet deshalb bei 80% der Aufträge erst nach dem Einzug des Kunden die Fotos zu erstellen.

Alle Fotos dieses Beitrages sind im Auftrag des Büroeinrichters PlanObjekt in Leipzig entstanden. René Rösner und Anke Mai von PlanObjekt sind aktive Mitglieder im BusinessNetwortInternational, langjährige Kunden von mir und auf jeden Fall eine Empfehlung wert, wenn ihr ein neues Büro einrichten wollt.

Fotografie ist Zeit im Detail.

Zeit bestimmt die Fotografie. Genauer gesagt die Belichtungszeit. Ist sie zu kurz, gelangt nicht genug Licht auf den Sensor und das Bild wird scharz. Ist sie zu lang wird es zu hell und damit weiß. Zwischen diesen beiden Punkten liegen jedoch unendliche Variationen.

Für dieses Bild am Cap Formentor auf Mallorca ist die Belichtungszeit der ausschlaggebende Punkt. Durch Recherchen über Google Earth und maps.me weiß ich genau wo mein Aufnahmestandpunkt sein wird: Einen Geröllhang neben der engen Passstraße hinauf, kurz vor einem hohen Felsvorsprung. So erstreckt sich der Leuchtturm ab seiner Basis über den Hprizont und das mittlere Straßenelement wird zur Leitlinie, dass auf den Turm verweist. Google Earth zeigt mir dabei das Höhenprofil sehr gut an und ich sehe Fotos die von Usern an diesem Ort hochgeladen wurden. Bei maps.me wird jeder kleinste Pfad angezeigt, was mir die Erschließung des Gebietes vereinfacht.

Mit der App Photopills konnte ich den genauen Zeitpunkt für die Aufnahme bestimmen und so genügend Zeit einplanen um eine Stunde vor Ende der blauen Stunde am Abend mein Equipment aufzubauen.

Dann hieß es warten und messen. Um das Bild in einer einzelnen Aufnahme zu erstellen, muss ein Auto vom Leuchtturm vollständig die Straße herunterfahren. Nach einigen Testläufen bin ich auf eine Aufnahmezeit von 150 Sekunden gekommen. Einhunderfünfzig Sekunden. Zweieinhalb Minuten Zeit stecken in diesem Bild. Für immer konserviert. Komprimiert. Man blickt auf das Bild und überschaut damit einen Zeitraum von mehreren Minuten mit einem Wimpernschlag.

Als Fotografen halten wir jeden Tag Momente der Zeit fest. Wir machen das Beste aus einer zweihundertstel Sekunde oder einer fünfzentel Sekunde oder aus einhunderfünfzig Sekunden, denn Zeit die wir uns nehmen ist Zeit die uns etwas gibt.

Radgeber Leipzig

Das Team des Radgebers Leipzig an ihrem schummrigen Tresen bei der Ersatzteilbestellung.
Wenn zwei Leidenschaften aufeinander treffen ist Spaß und Kreativität garantiert!
Vergangene Woche durfte ich den neuen Internetauftritt des Radgebers in Leipzig bebildern. Der Radgeber ist eine Fahrrad-Selbsthilfewerkstatt im Zentrum Leipzigs unweit der Uni (Leplaystraße 5). Wer kennt das nicht, bei Reperaturen abseits des Reifenwechsels fehlt ein Werkzeug, das Ersatzteil oder technisches Know-how.
Eine Leipziger Studentin beim zentrieren ihrer Felge.
Hier kommt das tolle Team des Radgebers ins Spiel und unterstützt bei allen kleinen und großen Herausforderungen. Extra Bonus besonders in diesen ungemütlichen Wintertagen: Man kann sein Fahrrad in einem warmen, geräumigen Laden mit rückenschonenden Aufbock-Systemen reparieren.
Mitarbeiter des Radgebers gibt Hilfestellung bei der Lichtelektrik.

Fotografisch überzeugt der Laden mit viel Charme. Auf meiner Entdeckungsreise entdecke ich viele Details, die das Herz eines Fahrrad-Liebhabers höher schlagen lassen. Seien es die nostalgischen Fotos aus vergangen Fahrradrennzeiten, extravagante Anbauteile oder das prominent platzierte, selbstgemalte Bild eines Fahrrades mit einer Teilebezeichnung in vier Sprachen, alles spornt mich an, meine Pedalen schneller drehen zu lassen.

Gemaltes Erklärbild zur Völkerverständigung.

Mit über 50 Fotografien geht der Radgeber Leipzig mit einem super Grundstock an Bildern in die finale Phase seiner Website-Erstellung. Ihr möchtet mehr über das tolle Team erfahren oder habt schon ein akutes Bauprojekt zur Umsetzung? Dann legt gleich los:

Radgeber Leipzig

montags bis freitags von 10 bis 19 Uhr

Leplaystraße 5 in 04103 Leipzig

http://www.radgeber-leipzig.de

+49 341 2199149

FOCUS

Das Bild zeigt die Bewegungsabfolge des Sonnengrußes: Berg, Stehende Vorbeuge, Liegestütz, Heraufschauender Hund, Herunterschauender Hund
Das Bild zeigt die Bewegungsabfolge des Sonnengrußes: Berg, Stehende Vorbeuge, Liegestütz, Heraufschauender Hund, Herunterschauender Hund

Mit einer tiefen Einatmung heben sich langsam die Arme. Ruhe. Es folgt ein geräuschvolles Ausatmen und damit einhergehend die Bewegung in die nächste Körperhaltung. Selten habe ich eine so ruhige Fotoproduktion erlebt.

Das freie Projekt FOCUS entstand aus einer Vielzahl von Einflüssen. Ich selbst praktiziere Yoga schon seit neun Jahren. Für meine erste Fotoserie zum Thema Yoga in 2016/17 arbeitete ich schon mit Yogalehrern aus vielen verschiedenen Stilrichtungen zusammen, um Menschen dazu anzuregen auch im Trubel der Stadt rauszugehen und Yoga zu üben.  Die bunten Stadthintergründe der ersten Serie sind jetzt einer tiefen Dunkelheit gewichen. Die Dunkelheit lenkt den Fokus auf den Körper, so wie es die Atmung im Yoga tut.

Die Langzeitbelichtung zeigt eine Abfolge aus dem Tuchyoga: vom Spagat in den Tänzer und dann über den Stütz in die Taube

Für die Serie wurde jedes Bild 30 Sekunden lang belichtet. Jede Bewegung, die der Yogi in dieser Zeit ausführt, brennt sich somit in den Sensor ein und zeigt den gesamten Ablauf einer Yogaserie. Die Aufnahme stellte mich vor einige Herausforderungen. Bei einem klassischen Sportshooting kann man jede Pose genau planen und mit dem Model direkt Verbesserungen besprechen, bevor man das nächste Bild macht. Während der Aufnahme von FOUCS entstanden jedoch drei bis sechs Posen gleichzeitig während einer Belichtung. Um am Ende ein sehr gutes Ergebnis zu erhalten, brauchte es mitunter 20 Anläufe um alle Bewegungen gleichzeitig perfekt auszuführen, jede Position lange genug zu halten und die richtige Geschwindigkeit der Übergänge zu finden um all diese Elemente auf dem fertigen Bild sichtbar zu machen.

Im Acro-Yoga wird der „Flyer“ von der „Base“ getragen und kann so eine Vielzahl dynamischer Posen einnehmen wie hier vom Handstand in den Backbird und anschließend in den Foot2Hand und in den Bird.

Auch die Vorbereitungen für das Shooting waren umfangreich. Für die Aufnahme war ein vollständig abdunkelbarer Raum notwendig um während der langen Belichtungszeit kein Streulicht aufzunehmen. Der Raum benötige außerdem eine sehr hohe Decke um auch bei Standpositionen mit ausgestreckten Armen noch den Profoto XL Umbrella mit genügend Abstand über dem Model zu positionieren. Die letzte Herausforderung war es, gemeinsam mit den Models die richtigen Bewegungsabläufe für das Foto zu finden. Die Figuren durften sich nicht zu viel überlagern, da sie sich sonst nicht genug voneinander abgrenzten. Außerdem musste das Endergebnis der verschiedenen Bewegungen eine stimmige Gesamtfigur ergeben. Hier half mir mein eigener Hintergrund im Yoga und das Expertenwissen meiner Modelle, die alle schon seit vielen Jahren Yoga praktizieren und unterrichten.

Neben dem Fotoshooting entstand außerdem ein Interview, in dem die Yogalehrer über ihren Weg zu innerer Ruhe sprechen. Sich auf seine Ziele und den Moment zu konzentrieren ist ein sehr effektives Hilfsmittel bei der Arbeit. Yoga, einhergehend mit Meditation und Atemübungen lässt uns das ständige Denken abschalten. So haben wir den Kopf wieder frei für die Tätigkeit, die wir in diesem Moment ausführen. Dieser Fokus war meine Inspiration und meiner roter Faden für die Fotoserie. Ich möchte Menschen dazu inspirieren ihre eigene Ruhe zu finden.

Für mich war es eine tolle Erfahrung für die Serie zwei meiner Leidenschaften miteinander zu verbinden. Vielen Dank an das tolle Produktionsteam von http://katharinathuerer.de und http://www.chamundi-yoga.de

Sehen Sie die gesamte Serie auf meiner Website.

Die Bilder sind als exklusive Fineart Prints in einer streng limitierten Auflage von je 5 Stück erhältlich. Für eine Bestellung senden Sie eine Anfrage an info@albrechtvoss.com

 

Gut Ding will Weile haben.

Das galaktische Zentrum der Milchstraße geht über Australiens bekanntestem Berg auf, dem Uluru.
Das galaktische Zentrum der Milchstraße geht über Australiens bekanntestem Berg auf, dem Uluru.  – Fotograf: Albrecht Voss Werbefotografie

Es ist eines meiner Lieblngsmotive dieser Saison. Das Bild ist bei meiner Reise durch das Australische Outback mit Apollo Motorhomes dieses Jahr entstanden. Der Trip war fotografisch sehr durchgeplant. Mit der App Photopills habe ich die Tage nach Sonnenständen, Monduntergang und Milchstraßenaufgang geplant. Das Bild vom Uluru jedoch ist durch Zufall entstanden. Ich hatte meine Canon 5D MarkIII mit 16-35mm Objektiv auf dem Dach des Wohnmobiles platziert um über die große Menschentraube hinweg eines der bekanntesten Sonnenuntergangsmotive von Uluru aufzunehmen.

Per Fernauslösung löste die Kamera alle 30 Sekunden aus und übertrug die Bilder automatisch auf ein iPad im Wohnwagen - Fotograf: Albrecht Voss Werbefotografie
Per Fernauslösung löste die Kamera alle 30 Sekunden aus und übertrug die Bilder automatisch auf ein iPad im Wohnwagen – Fotograf: Albrecht Voss Werbefotografie

Während wir im Wohnwagen unser Steak aßen konnte ich mit meinem CamRanger Auslöser sehen, wie sich die Farbe des Berges von Aufnahme zu Aufnahme veränderte.

Timelapse Uluru – Aufnahme Albrecht Voss

Schließlich wurde es so dunkel, dass die ersten Sterne sichtbar wurden. Und da war sie plötzlich, die Milchstraße. Das finale Motiv ist ein vertikales Panorama aus drei Bildern mit 35mm Brennweite, f/4, 30 Sekunden Belichtung und ISO 2500. Kurz nach der Aufnahme ging der Mond hinter dem Berg auf und das galaktische Zentrum war nicht mehr zu sehen. So fuhren wir mit Affenzahn aus dem Park heraus 1 Minute bevor die Schranken des Naturschutzgebietes schlossen.

Fotoshooting im Schneesturm

Schneegerüst des Gerüstbauers Gemeinhardt Gerüstbau Service für ein Speditionsunternehmen in Sachsen - Fotograf: Albrecht Voss
Schneegerüst des Gerüstbauers Gemeinhardt Gerüstbau Service für ein Speditionsunternehmen in Sachsen – Fotograf: Albrecht Voss

Schnee im Oktober, bekommen wir das hin Herr Voß?

Als mich die Gemeinhardt Gerüstbau Service für die Werbebilder ihrer neuen Produktkampagne beauftragte, war ich sofort angestachelt von der Idee.  Ein neues Gerüst sollte mit den Fotos beworben werden. Neben dem Gerüst parkt im Winter ein vollgeschneiter Truck und wird von einem Mitarbeiter auf der Plattform von seiner weißen Last befreit, um dann den sicheren Weg auf der Straße anzutreten. Für die Fotokampagne waren drei Motive gefragt:

  1. Eine Gesamtansicht des Gerüsts
  2. Der Aufstieg über die seitliche Treppe und
  3. Ein Arbeiter in Aktion beim „entschneien“

Die Aufnahme musste im Oktober mit einer Woche Vorbereitungszeit realisiert werden. Da für diesen Zeitraum keine Schneestürme in Sachsen prognostiziert wurden, entwickelten wir ein anderes Konzept für die Aufnahmen. Die drei Motive mussten in 90 Minuten aufgenommen werden, da das Speditionsunternehmen den Truck im Anschluss wieder auf die Piste schicken wollte. Eine weitere Herausforderung war der Wind, der uns die Schneeflocken immer wieder in unterschiedliche Richtungen wehte. Hier wählten wir den Bildaufbau so, dass er mit der Windrichtung funktionierte. Außerdem kam immer wieder die Sonne durch die Wolkendecke gebrochen. Um trotzdem die dunkle Dramatik eines Blizzards zu erhalten, dunkelten wir die Aufnahmen stark ab und setzten den Fokus mit drei Blitzgeräten auf Gerüst, Arbeiter und Truck.

Schneegerüst des Gerüstbauers Gemeinhardt Gerüstbau Service für ein Speditionsunternehmen in Sachsen - Fotograf: Albrecht Voss
Ausgangsbild für den Arbeiter auf der Plattform. Das Dach des Trucks, das Gerüst und das Logo des Auftraggebers sind zu sehen. Im Hintergrund gibt es keine Laubblätter mehr. – Fotograf: Albrecht Voss Werbefotografie
Schneegerüst des Gerüstbauers Gemeinhardt Gerüstbau Service für ein Speditionsunternehmen in Sachsen - Fotograf: Albrecht Voss
Das finale Motiv lebt von seiner Tiefenwirkung durch die verschiedenen Ebenen an Schnee. Am Gerüst hat sich im Laufe des Shootings eine große Eiskruste gebildet. – Fotograf: Albrecht Voss Werbefotografie

Um eine realistische Schneesturm-Optik zu erzeugen, nutzten wir folgende Techniken:

  • Einen ND-Filter für eine dunkle Gesamtstimmung
  • Eine Schneekanone um eine schneeähnliche Struktur auf den Oberflächen des Gerüsts, Trucks und Darstellers zu erhalten
  • Künstliche Schneeflocken in der Postproduction für das Sturmgefühl mit gleichzeitiger Kontrolle über die Position der Schneeflocken
  • Wahl eines geeigneten Bildausschnittes um kein gelbes Herbstlaub zu zeigen

Als Bonus erhielt die Gemeinhardt Gerüstbau Service am Ende nicht nur das Motiv des Gerüsts sondern auch ein animiertes GIF, das zeigt, wie der Truck vor dem Gerüst parkt. Das Gerüst ist mit fünf Blitzen ausgeleuchtet. Auch die Front des Trucks wurde für jedes Einzelbild ausgeleuchtet. Ein tolles Bild für die Social Media Kampagne.

 

Links zum  Beitrag:

Kunde: https://www.spezialgeruestbau.de

Aufnahmeort: WSG logistik

Fotograf: Albrecht Voss Werbefotografie

International Sydney Tower von Schnappschuss zu Fineart

International Towers Sydney
Architekturfotografie International Towers Sydney

Was macht man mit 24h in einem Mekka der Architekturfotografie? Bei der Produktionsplanung für eine Location sollten genügend Leerzeiten eingerichtet werden um flexibel auf Inspiration und Intuition eingehen zu können.

Während meines Rundtrips durch Australien hatte ich nur einen Tag in Sydney eingeplant und der wollte genutzt werden. Das Shooting für den Sonnenuntergang war festgesetzt, die Location via Google Maps genau recherchiert und die Zeit des Sonnenuntergangs notiert. Den Rest des Tages hatte ich mir aber zum Erkunden der Stadt offen gelassen. Während ich durch die Tiefen Schluchten zwischen den betonierten Ikonen der modernen Welt schlenderte blieben meine Augen an dem Tag 400x an verschiedenen Motiven hängen. Alltägliche Motive bei mittelmäßigen Lichtverhältnissen (80% dichte Wolkendecke), die in mir die Motivation weckten mehr daraus zu machen. So fotografierte ich auch dieses Motiv der International Towers:

Die drei gläsernen Türme mit ihren farbigen Wimpeln hatten mich als Architekturfotograf inspiriert. Durch das transparente Skelett konnte man die einzelnen Tische und Stühle der Büroeinheiten sehen. Die Farbtupfer an der dem Hafen zugewandten Seite brachten einen tollen Kontrast zum sonst bläulichen Gesamteindruck.

Aus dem Schnappschuss wurde jedoch erst in der Postproduction ein echtes Bild. In Capture One streckte ich die Tonwerte, so dass aus dem matten Motiv ein Foto mit dem kompletten Kontrastumfang wurde. Die einzelnen Blau-, Rot- und Gelbtöne konnte ich durch eine genau Selektion im Farbeditor nach meinen Vorstellungen anpassen. Für die Bearbeitung in Photoshop blieb dann noch die Entfernung der Hausecke des angrenzenden Gebäudes und ein Austausch des Himmels.

Ein Architekturfoto muss nicht immer exakt geplant sein und aufwendig beleuchtet mit Stativ und Tethering produziert werden. Worauf es ankommt ist die Vision bei der Aufnahme und die richtigen Tools für den Job zu nutzen.