Fotografie ist Zeit im Detail.

Zeit bestimmt die Fotografie. Genauer gesagt die Belichtungszeit. Ist sie zu kurz, gelangt nicht genug Licht auf den Sensor und das Bild wird scharz. Ist sie zu lang wird es zu hell und damit weiß. Zwischen diesen beiden Punkten liegen jedoch unendliche Variationen.

Für dieses Bild am Cap Formentor auf Mallorca ist die Belichtungszeit der ausschlaggebende Punkt. Durch Recherchen über Google Earth und maps.me weiß ich genau wo mein Aufnahmestandpunkt sein wird: Einen Geröllhang neben der engen Passstraße hinauf, kurz vor einem hohen Felsvorsprung. So erstreckt sich der Leuchtturm ab seiner Basis über den Hprizont und das mittlere Straßenelement wird zur Leitlinie, dass auf den Turm verweist. Google Earth zeigt mir dabei das Höhenprofil sehr gut an und ich sehe Fotos die von Usern an diesem Ort hochgeladen wurden. Bei maps.me wird jeder kleinste Pfad angezeigt, was mir die Erschließung des Gebietes vereinfacht.

Mit der App Photopills konnte ich den genauen Zeitpunkt für die Aufnahme bestimmen und so genügend Zeit einplanen um eine Stunde vor Ende der blauen Stunde am Abend mein Equipment aufzubauen.

Dann hieß es warten und messen. Um das Bild in einer einzelnen Aufnahme zu erstellen, muss ein Auto vom Leuchtturm vollständig die Straße herunterfahren. Nach einigen Testläufen bin ich auf eine Aufnahmezeit von 150 Sekunden gekommen. Einhunderfünfzig Sekunden. Zweieinhalb Minuten Zeit stecken in diesem Bild. Für immer konserviert. Komprimiert. Man blickt auf das Bild und überschaut damit einen Zeitraum von mehreren Minuten mit einem Wimpernschlag.

Als Fotografen halten wir jeden Tag Momente der Zeit fest. Wir machen das Beste aus einer zweihundertstel Sekunde oder einer fünfzentel Sekunde oder aus einhunderfünfzig Sekunden, denn Zeit die wir uns nehmen ist Zeit die uns etwas gibt.

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