Interieurfotos bevor der Kunde einzieht?

Bei meiner Arbeiten mit Innenarchitekten und Herstellern von Mobiliar habe ich immer wieder die gleiche Diskussion: Fotografieren wir bevor oder nachdem der Kunde in seine neuen Räumlichkeiten eingezogen ist. Verfechter beider Lager sind dabei Überzeugungstäter mit knallharten Argumenten.

1. Die Sterilen

Überzeugung: Bei den Fotoaufnahmen geht es um unser Konzept des Raumes und nichts anderes.

Argumente: Wir möchten den Raum so zeigen, wie wir ihn geplant haben. Unsere Kunden veruntreuen mit ihrem Motivationsbildern, Strickjäckchen und Comic-Mauspads den Vibe des Interieurs.

Die Person lockert die neutrale Stimmung des uneingeräumten Büros auf. Die Pflanze im Besprechungsraum kommt aus einer anderen Etage des Bürogebäudes.
Mein Auftraggeber der Büroeinrichter PlanObjekt hat für dieses Shooting einen „mobilen Arbeitsplatz“ eingekauft. Dieser besteht aus: Monitor, Tastatur und Maus, Kaffeetasse, Stiftehalter und Schreibblock.
Mein Laptop hält als Requisite her. Die Pflanzen kommen wieder aus verschiedenen Etages des Bürokomplexes.

 

2. Die Legeren

Überzeugung: Ein Raum wird zu einem Raum durch seine Nutzung.

Argumente: Wir möchten zeigen, wie es sich anfühlt in dieser Umgebung zu arbeiten/ zu kochen/ zu schlafen/ zu feiern/ zu leben. Wir konzipieren Räume nicht als Kunstwerk sondern als Hilfsmittel für den Menschen.

Die Grafiken an der Wand unterstützen den edlen Charme der holzgetäfelten Decke. Die Getänke auf dem Tisch verdeutlichen den Seminarcharakter des Raumes.
Erst durch die verschiedenen Arbeitsmaterialien erhält der Raum leben. Vertrauliche Unterlagen, Werbematerial des Kunden und Jacken und Taschen der Mitarbeiter haben wir vor der Aufnahme aus dem Bild geräumt.
Sehr aufwendig zu stagen: Das Getränkeregal – Außer man bekommt es als Spesen für den Auftrag abgerechnet 😀

3. Der Werbefotograf

Meine Aufgabe ist es im Rahmen eines finanziellen Budgets eine emotionale Geschichte zu erzählen. Das gelingt mir deutlich leichter, wenn der Kunde bereits eingezogen ist. Die vielen Details wie Bücher, Computer, Bilder und Pflanzen erzeugen eine menschliche Grundstimmung und unterscheiden so das Foto schnell von dem CGI der Planungsphase. Auch die Kunden aus dem sterilen Lager bringen oft Deko und gestellte Arbeitsplätze mit. Hier ist die Auswahl allerdings sehr begrenzt, die Props erzeugen Kosten in der Anschaffung und können auch nicht bei jedem Shooting wieder und wieder auftauchen.

Für mich ist es leichter unstimmige oder private Gegenstände im Raum wegzuräumen, als einen Raum vollständig zu stagen. Meine Empfehlung lautet deshalb bei 80% der Aufträge erst nach dem Einzug des Kunden die Fotos zu erstellen.

Alle Fotos dieses Beitrages sind im Auftrag des Büroeinrichters PlanObjekt in Leipzig entstanden. René Rösner und Anke Mai von PlanObjekt sind aktive Mitglieder im BusinessNetwortInternational, langjährige Kunden von mir und auf jeden Fall eine Empfehlung wert, wenn ihr ein neues Büro einrichten wollt.

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